Aussichtspunkte auf Sveti Stefan: Wo man anhalten und staunen sollte

Vier erhöhte Aussichtspunkte entlang der Küstenstrasse, die Montenegros meistfotografierte Insel einrahmen.

Warum alle hier anhalten

Die Inselfestung stammt aus dem 15. Jahrhundert, erbaut vom Stamm der Pastrovici als Zufluchtsort vor osmanischen Überfällen. Aus Fischerhütten wurden aristokratische Sommerhäuser, dann ein sozialistischer Hotelkomplex, in dem Sophia Loren bis Königin Elizabeth zu Gast waren. Die Aman-Gruppe übernahm 2011 und machte daraus eines der exklusivsten Resorts am Mittelmeer.

Nichts davon interessiert Ihre Kamera. Was zählt, ist die Geometrie: eine nahezu perfekte Kuppel aus roten Dächern auf grauem Fels, mit einem grünen Hügel durch einen Sandstreifen verbunden. Die Szene verändert sich dramatisch je nach Tageszeit, Wetter und Ihrer Höhe. Morgennebel macht es ätherisch. Grelles Mittagslicht macht es flach. Spätes Nachmittagsseitenlicht gibt ihm Tiefe und Wärme. Sie wollen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.

Anfahrt von Budva

Sveti Stefan liegt 8 km südlich von Budva am Küsten-Jadranski-Put. Die Fahrt dauert ohne Verkehr etwa 12 Minuten, länger an Sommernachmittagen, wenn sich der Verkehr bei Becici staut. Es gibt keinen direkten Bus von der Budva-Altstadt — die nächste Bushaltestelle ist an der Hauptstrasse oberhalb, ein steiler Abstieg zum Damm. Mit dem Auto können Sie mehrere Aussichtspunkte in einem Besuch anfahren.

Blick auf die Insel Sveti Stefan von der Küstenstrasse oberhalb

Die vier Aussichtspunkte

1. Das Strassenpanorama

Das ist der klassische Postkartenschuss. Fährt man von Budva nach Süden, biegt die Strasse links über Sveti Stefan ab und ein Parkstreifen erscheint auf der Seeseite. Fahren Sie vorsichtig rein — Platz für etwa sechs Autos. Von hier schauen Sie aus etwa 80 Metern Höhe auf die Insel hinab. Die gesamte Insel, der Damm, beide Strände und der bewaldete Hügel dahinter passen in ein einziges Weitwinkelbild. Die goldene Stunde ist Hauptzeit, aber die Aussicht funktioniert bei jedem Licht. Ein kleiner Zaun und eine Steinmauer markieren den Rand, also sicher genug für Kinder, obwohl der Abgrund beträchtlich ist.

2. Strandniveau auf dem Festland

Gehen Sie von der Hauptstrasse hinunter (oder fahren Sie zum kleinen Parkplatz unten) und Sie erreichen den öffentlichen Strand auf der Festlandseite des Damms. Von hier ragt Sveti Stefan über Ihnen auf — eine völlig andere Perspektive als die Luftansicht von oben. Die Steinmauern und Balkone sind im Detail sichtbar, und der Damm erstreckt sich vor Ihnen. Schwimmen hier bedeutet, dass die Insel Ihre Kulisse ist. Spätes Vormittagslicht beleuchtet die Ostseite der Insel wunderschön aus diesem Winkel.

3. Milocer-Parkweg

Nördlich des Damms führt ein Spazierweg durch das Gelände des ehemaligen königlichen Anwesens Milocer. Der botanische Park enthält hohe Kiefern, italienische Zypressen und seltene Mittelmeerpflanzen. Lücken im Blätterdach offenbaren schräge Blicke auf Sveti Stefan durch die Bäume — eine intimere, malerischere Komposition als das weite Panorama von der Strasse. Der Weg ist schattig und angenehm selbst in der Sommerhitze. Der kleine Milocer-Strand (ehemals Königinnenstrand) liegt am Ende, obwohl der Zugang manchmal auf Aman-Gäste beschränkt ist.

4. Hafen von Przno

Fahren Sie 2 km südlich an Sveti Stefan vorbei zum Fischerdorf Przno. Vom kleinen Hafen aus können Sie nach Norden zurückblicken und die Insel im vollen Profil vor der Kulisse der Berge hinter der Küste sehen. Das ist der am wenigsten überlaufene Aussichtspunkt und ein guter Grund, für gegrillten Fisch in einer der Hafenkonobas anzuhalten. Das Dorf selbst ist bezaubernd — enge Gassen, Katzen auf jeder Mauer und ein Lebenstempo, das Jahrzehnte hinter Budva zurückzuliegen scheint.

Dem Licht nachjagen

Sveti Stefan zeigt ungefähr nach West-Südwest, was bedeutet, dass der Sonnenuntergang die Seeseite direkt beleuchtet. Für den Sonnenaufgang wollen Sie am Strassenpanorama oder am Strand sein — die Morgensonne steigt hinter den Bergen auf und trifft die Insel mit warmem, flachem Seitenlicht. Bedeckte Tage erzeugen die stimmungsvollsten Aufnahmen, wenn das graue Meer und die roten Dächer einen natürlichen Kontrast bilden. Für mehr Goldene-Stunde-Orte an der Riviera, siehe unseren Reiseführer zu Sonnenauf- und Sonnenuntergangsspots.

Wo parken

Der Parkstreifen am Aussichtspunkt eins fasst etwa sechs Autos und ist kostenlos. Der kleine Parkplatz am Strand kostet im Sommer rund 2–4 € pro Stunde und ist bis zum späten Vormittag voll. Im Dorf Przno gibt es ein paar Plätze entlang der Hafenstrasse, ausserhalb von Juli und August meist kostenlos. Wenn alles voll ist, parken Sie in Becici (3 km nördlich) und nehmen den Küstenpfad nach Süden — ein angenehmer 35-minütiger Spaziergang mit Meerblick die ganze Strecke.

Auf einen Blick

Entfernung von Budva8 km südlich
Fahrzeit12 Minuten
Bestes LichtGoldene Stunde / bedeckte Vormittage
ParkenGratis-Parkstreifen oder 2–4 €/Std. am Strand